Ein Leitfaden zur sinnvollen Geldanlage

Geld anlegen ist in den letzten Jahren immer mehr in Mode gekommen und für viele Menschen hat sich herausgestellt: Das Ganze ist deutlich weniger kompliziert, als zunächst angenommen. Das Alter, die erhofften zukünftigen Erträge oder der Investitionszeitraum spielen vorerst eine untergeordnete Rolle, denn wenn erst einmal der Entschluss gefasst ist, Geld zu investieren, ist der erste und wichtigste Schritt in die richtige Richtung getan.

 

Anfänger haben es anfangs nicht leicht, sich beim Geld anlegen zurechtzufinden. In der Schweiz sind vor allem jüngere Menschen bezüglich Geldanlage eher zurückhaltend, denn nach einer Studie, welche durch die Universität Zürich gefertigt wurde, besitzen nur rund 10 Prozent der Menschen zwischen 18 und 29 Aktien.

Der folgende Artikel beschäftigt sich mit den wichtigsten Tipps bezüglich der Geldanlage in der Schweiz, welcher besonders Anfängern eine Hilfestellung sein soll. Ganz gleich, ob das Geld nun in Immobilien, Aktien oder Fonds investiert werden soll, einer sinnvollen Anlagestrategie steht mit den folgenden Tipps nichts entgegen.

 

Tipp Nummer 1: Fixkosten bestimmen

Bevor mit dem Geld anlegen begonnen wird, sollte festgelegt werden, wie hoch die Spar- beziehungsweise Investitionsrate aussehen soll. Diese lässt sich anhand einer Aufstellung der monatlichen Fixkosten errechnen. Zu den Fixkosten zählen Ausgaben wie Miete, Strom, Auto, Versicherungen und Nahrungsmittel. Vom monatlichen Nettoeinkommen sollten diese Kosten zunächst abgezogen werden. Nun sollten noch eventuelle Freizeitausgaben wie Restaurant- oder Kinobesuche mit einbezogen werden. Mit dem übrigen Geld kann daraufhin gearbeitet werden. Idealerweise sollte die Sparrate mindestens 10 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens betragen.

 

  • Unnötige Ausgaben durch das Führen eines Haushaltsbuches identifizieren

 

Fixkosten lassen sich senken, indem ein fein säuberliches Haushaltsbuch geführt wird. Dies funktioniert mittlerweile auch mit vielen nützlichen Apps, welche automatisch alle Ausgaben kategorisieren. Ist der Stromtarif im Verhältnis eher günstig oder eher teuer? Ist der Handyvertrag für seine Kosten noch im Rahmen? Hierdurch sind Anpassungen spielend leicht möglich, welche die monatliche Sparrate positiv beeinflussen können.

 

Tipp Nummer 2: Geld auf dem Konto ist arbeitslos

Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase lohnt es sich nicht, das Geld auf dem Bankkonto liegenzulassen. Ein Notgroschen in Höhe von 2 bis 3 Nettomonatslöhnen sollte zwar beiseite liegen, mehr jedoch nicht. Zinskonditionen von gerade einmal 0,01 Prozent sind in der Schweiz keine Seltenheit und das Geld wird durch Inflation Jahr für Jahr weniger Wert. Der einzige Weg vorbei am Schwund des Eigenkapitals ist die sinnvolle Geldanlage am Kapitalmarkt.

 

Tipp Nummer 3: Geldanlage ist ein Marathon, kein Sprint

Beim Geld anlegen ist es äußerst wichtig, den Unterschied zwischen Investieren und Spekulieren zu kennen. Eine Investition sollte grundsätzlich langfristig, also auf mindestens 10, besser 20 oder gar 30 Jahre ausgerichtet sein. Vorkommnisse wie Anfang 2021, bei welchen Unternehmen wie GameStop oder AMC innerhalb kürzester Zeit mehrere hunderte Prozent zugelegt haben, sind Anomalien und zudem hochriskant. Das Verlustrisiko bei dieser Art von Geldanlage ist extrem hoch, weshalb hierbei von einer Spekulation und nicht Investition gesprochen wird.

Wer sein Geld zuverlässig anlegen möchte, der sollte monatlich einen fixen Sparbetrag in solide Unternehmen oder einen Fonds investieren. Am besten wird ein Dauerauftrag festgelegt, welcher daraufhin nicht mehr angerührt wird. Auf diese Weise wird das Investieren automatisiert und somit vereinfacht.

 

Tipp Nummer 4: Diversifikation – Nicht alle Eier in einen Korb legen

Um das Risiko eines Verlustes am Aktienmarkt möglichst gering zu halten, sollte die Investitionssumme möglichst breit gestreut werden. Wird lediglich in eine Handvoll Unternehmen investiert, welche möglicherweise auch noch der gleichen Branche angehören, dann wird das Portfolio bei einer Krise in diesem Sektor besonders hart getroffen. Die einfachste Art und Weise ein diversifiziertes Portfolio aufzubauen, erfolgt mithilfe eines Index, wie beispielsweise dem Swiss Market Index (SMI) oder einem ETF, wie dem MSCI World. Der SMI bildet hierbei die 20 größten Unternehmen der Schweiz ab, der MSCI World 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern.

 

Tipp Nummer 5: Der Zinseszins als achtes Weltwunder

Zum Effekt des Zinseszinses ein angebliches Zitat Albert Einsteins:

„Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.”

 

Zahlt ein Unternehmen für eine Aktie eine sogenannte Dividende, also eine Gewinnausschüttung an den Aktieninhaber, so kann diese Dividende erneut in eine Aktie des Unternehmens investiert werden. Dieser Ertrag wird bei der nächsten Gewinnausschüttung ebenfalls verzinst, wodurch ein Schneeballeffekt – oder eben Zinseszinseffekt – entsteht. Grundsätzlich sollten also Kapitalerträge aus Investitionen erneut investiert werden, um ein maximales Gewinnergebnis erzielen zu können. Zur Veranschaulichung: Werden jeden Monat 300 Schweizer Franken in einen Fonds mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von 7 Prozent investiert, so stehen nach 10 Jahren rund 50.000, nach 20 Jahren rund 150.000, nach 30 Jahren rund 340.000 und nach 40 Jahren rund 740.000 Schweizer Franken zur Verfügung.

 

Tipp Nummer 6: Geduld und Ruhe

Immer wieder hört man von angeblichen Börsengurus, dass der Aktienmarkt viel zu hoch eingepreist sei, dass nun in absehbarer Zeit der Jahrhundertcrash und eine immense Rezension folgen müsse. Die letzten 5 Jahrzehnte haben jedoch gezeigt, dass langfristiges Denken und kontinuierliches Investieren immer Rendite erwirtschaftet hat. In Zeiten eines Rückgangs am Aktienmarkt können mit der monatlich festgelegten Sparrate nämlich für weniger Geld mehr Anteile erworben werden, was sich am Ende immer rechnen wird. Ein Crash sollte tendenziell als Kaufgelegenheit angesehen werden, nicht als Zeichen, möglichst schnell von Bord zu gehen. Die ideale Devise lautet: Ruhe bewahren, Schwankungen am Aktienmarkt weitestgehend ignorieren und weiter Geld anlegen.

Tipp Nummer 7: Die richtige Anlagestrategie

Kapitalanlagen sind ideal für die Altersvorsorge, können jedoch auch schon vor dem Rentenalter genutzt werden. Wer ein passives Einkommen neben der hauptberuflichen Tätigkeit aufbauen möchte, der ist gut mit Unternehmen beraten, welche eine Dividende zahlen. Wie oben bereits beschrieben, sind Dividenden Gewinnausschüttungen der Unternehmen an ihre Aktienteilhaber. Im Durchschnitt beträgt die Dividende per annum (pro Jahr) zwischen 2 und 3 Prozent. Bei einer Investition von 1000 Schweizer Franken, werden somit jährlich 20 bis 30 Schweizer Franken (vor Steuern) an den Teilhaber ausgeschüttet. Soll eine monatliche Bruttozahlung in Höhe von 2.000 Schweizer Franken erfolgen, so sind bei einer Dividende von 2 Prozent eine Investition von 1.200.000 und bei einer Dividende von 3 Prozent 800.000 Schweizer Franken benötigt.