Faschinen aus Kokos – Uferbefestigung mit natürlichen Materialien
August 10, 2019
Gerade an Bächen und Flüssen können sich die Uferbereiche über Jahre hinweg verändern – und damit auch an Sicherheit verlieren. Für ihre Stabilisierung werden vornehmlich ökologische und nachhaltige Rohstoffe verwendet. Wie etwa Matten und Rollen aus der Kokosfaser.
Das Ufer bleibt nicht stabil
Künstliche Uferbegradigungen, wie sie etwa in den 1970er und 1980er Jahren häufig vorgenommen wurden, gehören heute beinahe vollständig der Vergangenheit an. Insbesondere der Einsatz von Beton gilt dabei als nicht mehr modern. Dennoch müssen auch in der Gegenwart Möglichkeiten gefunden werden, um Uferlandschaften zu stabilisieren. Sie verlieren über Jahre und Jahrzehnte an Halt, da immer wieder Erdpartikel durch das Wasser mitgerissen werden. Für eine natürliche Befestigung der Landzonen bieten sich Materialien wie Holzstämme oder Weidengeflechte an. Doch auch Faschinen aus Kokos haben sich in diesem Einsatzbereich längst etabliert – sie sind vielen anderen Rohstoffen im Preis und in der Verarbeitung sogar überlegen.
Preiswert und effektiv

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Faschinen aus Kokos werden in der Landschafts- und Gartengestaltung sowie beim Wasserbau gegenwärtig auch deshalb ebenso gerne wie oft eingesetzt, da ihre Verarbeitung als mühelos und zeitsparend gilt. Im Vergleich zu anderen Materialien wie Holz, Stein oder sogar Beton bedarf der Unterboden im Rahmen der Uferbefestigung keiner umfangreichen Vorbereitungen. Das Erdreich wird dabei lediglich grob begradigt, um ein Aufliegen der Faschinen auf der Ebene zu erreichen – immerhin müssen die Rollen und Matten aus der Kokosfaser ihren Platz behaupten, statt beim ersten Wind oder einer etwas stärkeren Welle gleich an Halt zu verlieren. Gelingt das, kann die Uferbegradigung schnell und preiswert erfolgen: Die Faschinen sind allen anderen verwendbaren Rohstoffen bereits bei den Anschaffungskosten deutlich überlegen.
Die Verarbeitung gelingt mühelos
Die Faschinen aus Kokos, die bei variierender Länge einen Mindestdurchmesser von 20 Zentimetern aufweisen, bestehen aus eng aneinandergepressten Kokosfasern. Sie wiederum finden in einem Netz aus Kunststoff oder aus natürlichen Materialien ihren Halt. Da die Netze grobmaschig gewebt sind, können die Rollen und Matten aus Kokos spielend leicht in ihrer Form verändert werden. Das Anpassen an Unebenheiten oder sogar Kurven stellt mit ihnen daher kein Problem dar. Anders als Holzstämme oder Weidenruten fügen sie sich optimal in die natürlichen Gegebenheiten ein und können das Ufer somit auch an schwer zugänglichen Stellen bestmöglich stabilisieren. Darüber hinaus erlauben sie einen perfekten Übergang der Landzone zum Wasser, da sie – anders als Materialien wie Stein und Eisen – keine künstliche Barriere darstellen.
Die Natur hilft sich selbst
Ein weiterer Vorteil der Faschinen aus Kokos liegt in ihrer rein ökologischen Beschaffenheit: So können Rollen und Matten nicht nur zur Uferbefestigung ausgelegt, sondern auch direkt bepflanzt werden. Auf dem natürlichen Substrat gelingt es insbesondere Wasserpflanzen, Schilf und Gräsern mühelos, einen Platz zum Gedeihen zu finden. Die Kokosfasern dienen in solchen Fällen sogar als natürlicher Dünger, der – mit einer Vielzahl an Nährstoffen angereichert – den eingesetzten Gewächsen ein schnelles und starkes Wachstum erlaubt. Diese Pflanzen wiederum sind es, die die Uferlinien auch in wenigen Jahren stützen, wenn die Faschinen schon restlos verrottet sind. Je nach Umfang der Kokosrollen beginnt der Prozess ihrer Zersetzung nach wenigen Monaten und ist im Regelfall nach zwei Jahren rückstandslos abgeschlossen.